Wie viele IMAX-Kinos gibt es eigentlich
und wie viele zeigen Filme wirklich so, wie sie gedreht wurden?
Jedes Mal, wenn ein neuer großer Film rauskommt und „Filmed for IMAX“ im Trailer steht, geht das gleiche Spiel los. Die Leute strömen in die Kinos, zahlen den Aufpreis und hoffen auf das ganz große Kino-Gefühl. Aber wie oft bekommt man das wirklich?
Ich hab mich mal richtig reingekniet, weil mich das Thema schon länger nervt und fasziniert zugleich. Die Antwort ist ernüchternd und spannend zugleich.
Wie wird so ein Film eigentlich gedreht?
Wenn Regisseure wie Christopher Nolan sagen, sie drehen für IMAX, dann meinen sie das meist wörtlich. Sie holen die riesigen IMAX 15/70mm-Filmkameras raus. Das ist kein normales Filmformat. Der Film läuft hier horizontal durch die Kamera, jeder Einzelbild ist gigantisch – fünfzehn Perforationen breit statt der üblichen vier oder fünf.
Das Ergebnis? Eine wahnsinnig hohe Auflösung, extreme Schärfe, satte Farben und vor allem die Möglichkeit, das Bild später auf fast quadratisches 1.43:1-Format zu ziehen. Die Leinwand wird richtig voll. Kein Black Bars oben und unten, kein beschnittenes Bild. Es fühlt sich an, als würde die Szene dich verschlucken.
Der Haken: Diese Kameras sind riesig, laut, teuer und fressen Film wie verrückt. Eine Minute kostet ein Vermögen, und du hast nur ein paar Minuten pro Magazin. Deshalb machen das nur die wenigsten. Nolan ist einer der wenigen, der das konsequent durchzieht. Bei seinem neuen Film The Odyssey soll das Ganze sogar komplett in diesem Format gedreht sein – ein echtes Novum.
Und wie viele Kinos können das dann richtig zeigen?
Genau hier wird’s bitter. Weltweit gibt es mittlerweile rund 1.800 IMAX-Säle. Auf dem Papier klingt das nach richtig viel. Aber wenn du fragst, wie viele davon noch echte 70mm-Filmprojektoren haben – also das analoge Großformat, durch das der originale Film läuft –, dann bleibt fast nichts übrig.
Es sind nur etwa 30 bis 40 Kinos auf der ganzen Welt.
Der Rest läuft digital oder mit Laser-Systemen. Die sehen gut aus, keine Frage. Aber es ist nicht mehr das, was in der Kamera war. Das Bild wird oft beschnitten, die vertikale Information geht verloren, und ein Teil der Magie bleibt auf der Strecke.
In Deutschland? Fehlanzeige. Es gibt aktuell kein einziges Kino, das echtes 70mm-IMAX spielen kann. Wenn du das Original sehen willst, musst du reisen. New York, Prag, London, Los Angeles oder ein paar Glücksorte in Kanada und Australien. Das ist schon fast absurd, wenn man den Aufwand auf der Drehseite sieht.
Warum das Ganze trotzdem wichtig ist
Weil es zeigt, wie sehr Kino gerade auseinanderdriftet. Auf der einen Seite die großen Blockbuster, die mit extremem technischem Aufwand gedreht werden. Auf der anderen Seite die Realität in den meisten Kinosälen, wo man mit Kompromissen lebt.
Ich persönlich finde: Wenn ein Film extra für dieses Format gemacht wurde, dann lohnt es sich, dafür auch mal ein paar Kilometer zu fahren. Das echte 70mm-IMAX-Erlebnis ist einfach eine andere Liga. Es ist nicht nur größer – es fühlt sich echter an.
Wer weiß, vielleicht wird The Odyssey ja der Film, der nochmal ein paar mehr Leute dazu bringt, genau hinzuschauen, in welchem Saal sie eigentlich sitzen.
Was meinst Du? Fährst Du extra für so ein Format, oder reicht Dir ein guter Laser-IMAX auch? Ich bin gespannt auf Deine Gedanken in den Kommentaren.
Letz fetz
Markus


