Warum ist das Objektiv rund und der Sensor eckig?
Und warum gehen dabei fast 41 % verloren
Kennst du das? Du schraubst ein schickes Objektiv auf die Kamera, alles sieht perfekt aus – und trotzdem hast du manchmal das Gefühl, dass irgendwas vom Licht verloren geht. Richtig. Weil das Objektiv ein rundes Bild macht und dein Sensor einfach eckig ist.
Ich hab mir das letztens wieder beim Rumexperimentieren mit GoPro und DJI Osmo Pocket gedacht und mich gefragt: Wie viel von dem schönen runden Lichtkreis landet eigentlich wirklich auf dem Sensor im Bezug auch zum aktuellen 70mm IMAX Film Odyssey https://www.odysseymovie.com/explore-formats/ ? Die Antwort ist ernüchternd und gleichzeitig total logisch.
Das runde Licht vs. dein eckiger Sensor
Das Objektiv bündelt das Licht in einen runden Bildkreis. Damit dein Sensor komplett ausgeleuchtet wird, muss dieser Kreis mindestens so groß sein wie die Diagonale deines Sensors.
Dein Sensor ist aber rechteckig. Das heißt: In den vier Ecken des Kreises fliegt Licht herum, das nie bei dir ankommt. Es ist einfach weg. Verschwendet.
Und jetzt die harten Zahlen:
Bei den meisten Foto-Kameras (3:2 Format – also Vollformat, APS-C und die meisten Systemkameras) landen nur ca. 59 % des Bildkreises wirklich auf deinem Sensor.
41 % sind quasi weg.
Bei 4:3 wird es ein bisschen besser (ca. 39 % Verlust), im 16:9 Video-Modus sogar bis zu 46 %.
Ja, fast die Hälfte vom Licht, das dein Objektiv mühsam gesammelt hat, guckt in die Röhre.
Warum macht man das so?
Weil ein Rechteck einfach besser zu uns Menschen passt. Wir sehen die Welt nicht kreisrund, und Bilder im 3:2 oder 16:9 Format lassen sich viel besser rahmen, drucken oder auf Instagram posten.
Die Objektiv-Entwickler machen den Bildkreis deshalb immer ein kleines bisschen größer als unbedingt nötig – damit bei dir keine dunklen Ecken entstehen. Bei manchen Linsen (besonders Action-Cams) ist der Spielraum größer, bei hochwertigen Festbrennweiten oft ziemlich knapp kalkuliert.
Was bedeutet das für dich in der Praxis?
Mehr Licht = mehr Möglichkeiten. Deshalb sind große Sensoren und gute Gläser so teuer – sie müssen einfach mehr Licht sinnvoll einfangen.
Bei Crop-Sensoren wird noch mehr verschenkt.
Und bei deiner GoPro oder Osmo Pocket im großen Modus? Da nutzt du extra viel vom Bildkreis, damit du später noch stabilisieren und schneiden kannst.
Selbst die teuerste Kamera verschwendet einen großen Teil des Lichts – du bist also in bester Gesellschaft.
Das nächste Mal, wenn du durch den Sucher schaust und denkst „geil, das Licht heute“, dann weißt du: Ein Teil davon landet eh nicht auf deinem Sensor. Aber das, was bei dir ankommt – genau das versuchst du mit deinen Bildern einzufangen. Ehrlich und mit allem, was gerade da ist.
Wie siehst du das? Stört dich der Gedanke oder ist es dir eigentlich egal? Schreib’s gerne in die Kommentare.
Ich für meinen Teil hätte gern mal runde Bilder, kann man gut Bierdeckel ausschneiden :D
Bis zum nächsten Mal
Markus


