Versteckte Ritterburg im Bayerischen Wald
Mein Ausflug zur Schwarzenburg auf dem Schwarzwihrberg
Hoch oben auf einem 706 Meter hohen Berg bei Rötz im Landkreis Cham thront diese alte Festung und schaut weit über das Schwarzachtal und den Oberpfälzer Wald.
Ich war schon ein paar Mal dort, ein echter Geheimtipp – wildromantisch, gut erhalten und mit einer Geschichte, die richtig spannend ist.


Von edlen Herren bis zum wilden Raubritter
Die Burg hat ihre Wurzeln schon im 11. Jahrhundert. Damals ließen sich hier die edelfreien Herren von Schwarzenburg nieder – eine Familie, die es weit gebracht hat. Einer von ihnen wurde sogar Erzbischof von Köln. Im Laufe der Zeit wechselte die Anlage mehrmals den Besitzer: Mal gehörten sie bayerischen Landgrafen, mal böhmischen Adligen wie den Pflug von Rabenstein. Besonders berüchtigt wurde Heinrich von Guttenstein – der „wilde Heinz“ –, der die Burg um 1500 als Basis für seine Raubzüge nutzte.
Damit die Festung auch gegen die neuen Feuerwaffen bestehen konnte, wurde sie im 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts kräftig ausgebaut. Starke Bastionen, ein Rondell und Geschützstellungen machten sie zu einer echten Festung. Leider hielt das nicht ewig: Im Dreißigjährigen Krieg kamen 1634 die Schweden, eroberten die Burg und zerstörten sie weitgehend. Danach diente sie lange als Steinbruch. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann man, sich wieder um die Ruine zu kümmern.
Wie sie heute aussieht
Heute ist die Schwarzenburg überraschend gut erhalten. Der mächtige Bergfried ist begehbar und oben wartet eine der schönsten Rundum-Aussichten im ganzen Bayerischen Wald. Man sieht Wälder, Täler und bei klarem Wetter sogar bis weit in die Umgebung hinein. Dazu kommen noch die alten Ringmauern, Reste von Toren, Bastionen und ein paar Überbleibsel der früheren Burgkapelle. Die Atmosphäre ist ruhig und fast ein bisschen mystisch – perfekt zum Durchatmen und In-die-Geschichte-Eintauchen.
Gleich nebenan gibt es eine kleine Berghütte, die im Sommer nachmittags geöffnet hat. Hier kann man Brotzeit machen, ein kühles Bier oder eine Radler trinken und einfach die Ruhe genießen. Der örtliche Verein pflegt die Anlage mit viel Herzblut.
Märchenzauber auf der Burg – die Schwarzenburg-Festspiele
Ein absolutes Highlight sind die jährlichen Festspiele im Sommer. Dann wird die Ruine zur Freilichtbühne und es gibt Märchenaufführungen für Groß und Klein. 2026 steht zum Beispiel „Das kleine Gespenst“ von Otfried Preußler auf dem Programm – Premiere ist am 28. Juni. Besser geht’s kaum: Unter freiem Himmel, zwischen alten Mauern, mit Kindern oder ohne. Das ist echtes Burg-Feeling!
Die Ruine selbst ist ganzjährig frei zugänglich, der Aussichtsturm allerdings nur von Mai bis Oktober an bestimmten Tagen (mittwochs ab 18 Uhr und sonntags/feiertags ab 11 Uhr, aktueller Stand der Dinge).
Mein Fazit
Die Schwarzenburg ist genau das, was ich an Ausflügen im Bayerischen Wald liebe: Kein überlaufener Hotspot, dafür echte Geschichte, tolle Wege und eine Aussicht, die dich glücklich macht.
Hast du schon mal eine Burgruine besucht, die dich richtig beeindruckt hat? Oder planst du demnächst einen Ausflug in die Gegend? Ich freue mich über deine Anregungen oder Fragen! Und wenn du magst, erzähle ich dir gerne noch mehr über andere versteckte Perlen im Oberpfälzer Wald.
Hier mein Vlog von der Wanderung heute: klick
Ein Bild der Burg, gibt es nicht - jedoch hier klick mehr Bilder von der Gegend (inkl. Burg) von einem anderen Tag
Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag.

