Undertone
Gruselig guter Sound-Horror mit lauem Ende
Servus zusammen,
gerade erst den neuen A24-Horror Undertone fertig geschaut und muss das direkt rauslassen. Weil: Der Film hat mich richtig gepackt – und dann am Ende wieder ein bisschen enttäuscht. Typisch Geisterfilm eben. Mag ich eh nicht sonderlich.
Ich sitz da also eben Licht aus, Augustiner neben mir und Subwoofer also Tonanlage fett aufgedreht. Perfekte Voraussetzungen für so einen Streifen. Und was soll ich sagen? Die ersten zwei Drittel waren richtig stark.
Worum geht’s (ohne dicke Spoiler):
Evy macht mit ihrem Kumpel Justin einen Paranormal-Podcast. Sie ist die Skeptikerin, er der Gläubige. Parallel pflegt sie ihre sterbende Mutter zu Hause. Dann landen anonyme Audio-Aufnahmen in ihrem Postfach – seltsame Geräusche aus dem Haus eines anderen Paares. Klopfen, Flüstern, Rückwärts-Sprachnachrichten, Babygeschrei. Je mehr sie die Files analysieren und im Podcast abspielen, desto mehr passiert bei ihr zu Hause.
Und hier kommt die große Stärke des Films: Der Horror ist fast komplett über Ton. Keine Jump-Scares alle zwei Minuten, kein blutiges CGI-Gemetzel. Stattdessen baut sich eine richtig fiese Atmosphäre auf – durch Stille, Untertöne, Alltagsgeräusche, die plötzlich nicht mehr normal klingen. Das Sound-Design ist echt Weltklasse. Ich hab mich mehrmals umgeschaut, ob bei mir was rappelt. Respekt.
Dazu noch ein alter Dämon aus der Folklore (Abyzou – spezialisiert auf Fehlgeburten und Mütter, die ihre Kinder umbringen), Schuldgefühle, Schwangerschaft und die Frage: Ist das alles real oder dreht Evy einfach durch?
Der Wermutstropfen
Ja, das Ende. Ihr wisst schon. Cut to Black, Schreie, Geräusche, Mama steht plötzlich auf und… nichts. Der Regisseur sagt natürlich schön: „Der Horror soll in eurem Kopf weitergehen.“ Klar, Kollege. Oder du hast einfach keine zündende Idee mehr gehabt, wie du das visuell auflöst. Kennen wir ja von gefühlt jedem zweiten Geisterfilm der letzten Jahre.
Trotzdem: Der Film ist für Sound-Horror-Fans ein richtig guter Trip. Nina Kiri als Evy trägt den Laden fast alleine (die meisten anderen Figuren sind nur Stimmen), die Spannung ist konstant da und ich war bis zum Schluss dabei – auch wenn ich am Ende leicht genervt „Na super“ gesagt hab.
Mein Fazit:
7,5 / 10
Starker Aufbau, geniales Sound-Design, tolle Atmosphäre. Schwaches, zu bequemes Ende. Wer Paranormal Activity, The Blair Witch Project oder einfach gute Audio-Horror-Sachen mag, sollte sich das anschauen. Wer klare Auflösungen braucht, wird am Schluss fluchen. Daher freu ich mich nun mehr auf Evil Dead Burn oder einen neuen Kettensägenmassaker.
Hast Du ihn schon gesehen? Wie fandest Du das Ende? Schreib es in die Kommentare oder schickt mir ‘ne Sprachnachricht auf Telegram passt ja zum Radio-Regenwetter-Vibe hehe ^^
Bis zum nächsten Mal,
bleib skeptisch – aber nicht zu sehr.
Man weiß ja nie, was da in den Aufnahmen mitreist.
Markus


