Du kennst den Mount Everest. Und den Grand Canyon. Beide sind beeindruckend. Und beide sind auf dem Mars nur noch kleine Hügel und Ritzen.
Olympus Mons ist der höchste bekannte Vulkan im Sonnensystem und einer der höchsten Berge überhaupt. Rund 22 km hoch (gegenüber dem umliegenden Gelände lokal sogar bis 26 km), 600 km im Durchmesser, etwa so groß wie Arizona. Die Hänge sind so flach, dass du oben stehend kaum merken würdest, dass du auf einem Berg bist. Er konnte so riesig werden, weil der Mars keine Plattentektonik hat und die Schwerkraft niedriger ist. Ein Hotspot hat Jahrmilliarden lang an derselben Stelle Material ausgespuckt.
In derselben Region, rund 2.000 km östlich, beginnt Valles Marineris, das größte Canyonsystem überhaupt. 4.000 km lang, bis 9 km tief. Unser Grand Canyon wirkt dagegen wie ein kleiner Bachlauf. Entstanden ist er vor allem durch tektonische Dehnung und gewaltige Risse im Zuge der Hebung der Tharsis-Region. Wasser und Erdrutsche haben ihn später weiter geformt.
Und was passiert gerade? Auf der Nordhalbkugel des Mars ist früher Frühling. Das neue Mars-Jahr hat am 30. September 2026 begonnen. Die nächste Sommersonnenwende im Norden kommt erst im April 2027, die Wintersonnenwende im März 2028. Die Jahreszeiten dauern länger als bei uns und sind ungleich: Der Süden bekommt die kürzeren, heißeren Sommer.
Mars ist nicht „die Erde von gestern”. Er ist ein eigener Planet mit eigenen Regeln: niedrigere Schwerkraft, keine Plattentektonik, dünnere Atmosphäre. Deshalb können Berge höher und Schluchten tiefer werden, als es bei uns möglich wäre. Und genau deshalb bleibt er so faszinierend.
Schönes Wochenende da draussen :)


