Der Wittelsbacher Brunnen am Lenbachplatz
Ein Münchner Wasserspektakel mit Geschichte
Wenn du durch die Münchner Innenstadt läufst und am Lenbachplatz ankommst, fällt dir dieser beeindruckende Brunnen sofort ins Auge: der Wittelsbacher Brunnen. Kein kleiner Trinkbrunnen, sondern ein richtig monumentales Kunstwerk, das mit seiner Größe und Eleganz den ganzen Platz prägt. Ich war heute wieder dort, hab mir Zeit genommen und einfach nur geschaut und zugehört.
Die Geschichte dahinter
Ende des 19. Jahrhunderts hatte München endlich eine moderne Wasserversorgung aus dem Mangfalltal fertiggestellt. Klares Quellwasser für die Bürger – das war damals ein großer Fortschritt. Die Stadt wollte das gebührend feiern und schrieb einen Wettbewerb für einen neuen Brunnen aus. Den Zuschlag bekam der Bildhauer Adolf von Hildebrand. Unter der Bedingung, dass er nach München zieht, durfte er seinen Entwurf umsetzen. Von 1893 bis 1895 entstand das Werk, und am 12. Juni 1895 wurde es feierlich eingeweiht. Der Name „Wittelsbacher Brunnen“ ehrt natürlich das bayerische Herrschergeschlecht.
Der Brunnen steht am Übergang vom Lenbachplatz zum Maximiliansplatz. Er war der erste einer ganzen Reihe monumentaler Brunnen, die Hildebrand für München geschaffen hat.
Wie er aussieht – und warum er so besonders ist
Die Anlage ist riesig: Ein breites, halbrundes Becken, das sich zum Platz hin öffnet. Oben eine stilisierte Felslandschaft mit mehreren Wasserschalen, aus denen das Wasser in Kaskaden herunterfließt. Es plätschert, sprudelt und beruhigt – perfekt, um kurz innezuhalten.
Die zwei großen Figurengruppen sind das Herzstück:
Auf der einen Seite sehen wir einen stürmischen Jüngling auf einem Wasserroß, der einen Felsblock schleudert. Er steht für die zerstörerische Kraft des Wassers.
Auf der anderen Seite führt eine Nymphe sanft einen Wasserstier. Sie verkörpert die segnende und lebensspendende Seite des Elements.
Mit unzähligen feinen Details: Fische, Krebse, Schildkröten und andere Wassermotive, die die ganze Vielfalt des nassen Elements zeigen. Der Brunnen wirkt klassisch und harmonisch – tagsüber klar und hell, abends mit Beleuchtung fast magisch.
Nächstes Mal, wenn du in der Nähe bist – einfach mal hinsetzen, dem Wasser lauschen und die Figuren auf dich wirken lassen. Es ist ein toller Kontrast zum Trubel drumherum. Der Wittelsbacher Brunnen erzählt nicht nur von Wasser und Fortschritt, sondern auch von bayerischer Identität und wie wir mit der Natur umgehen.
Für mich ist er einer der schönsten Brunnen der Stadt: nicht überladen, aber kraftvoll und mit Herz.
Hast du den Brunnen schon mal genauer betrachtet? Welchen Münchner Brunnen magst du am liebsten? Schreib gerne in die Kommentare!
Bis zum nächsten Mal – bleib neugierig und trink genug!
Markus


