Der Große Arbersee
Die stille Perle am Fuß des Königs
Heute hat es mich mal wieder in den Bayerischen Wald gezogen. Ziel: der Große Arbersee. Kein großer Plan, kein Internet-Hype, einfach nur raus aus dem Alltag und ein paar Stunden echte Natur tanken. Und ich muss sagen: Der See hat mich nicht enttäuscht.







Ein Karsee mitten im Wald
Der Große Arbersee liegt auf 935 Metern Höhe an der Südostflanke des Großen Arbers (dem mit 1.456 m höchsten Berg des Bayerischen Waldes). Er ist ein klassischer Karsee – also ein Überbleibsel der letzten Eiszeit. Ein Gletscher hat hier vor zigtausend Jahren eine tiefe Mulde ins Gestein geschliffen. Heute ist das Wasser klar, dunkel und ziemlich sauer (pH-Wert um die 5), was nicht jede Pflanze und jeden Fisch glücklich macht (gilt als fischfrei bzw. für Fische ungeeignet) – aber genau das macht den See so besonders.
Kurze Daten zum Mitnehmen:
Fläche: 7,7 Hektar
Länge: ca. 550 Meter
Breite: ca. 260 Meter
Maximale Tiefe: 15 Meter
Einzugsgebiet: nur 2,58 km²
Der See wird vom Geigenbach gespeist und entwässert in den Arberseebach. Früher hat man ihn sogar etwas aufgestaut, um Holz zu flößen. Heute ist das Gebiet streng geschützt – seit 1939 Naturschutzgebiet, später auch Natura 2000.
Schwingrasen und wilde Schönheit
Was mir besonders aufgefallen ist: die Schwingrasen. Das sind diese schwimmenden Moorflächen am Ufer, die sich mit dem Wasserspiegel heben und senken. Am Großen Arbersee sind sie mit dem Ufer verbunden, aber nicht fest mit dem Grund. Betreten streng verboten – Lebensgefahr. Dafür kann man sie vom Rundweg aus super beobachten.
Rund um den See steht dichter, urwaldartiger Mischwald mit richtig alten Bäumen. Manche sind mehrere hundert Jahre alt. Totholz bleibt liegen, Insekten, Spechte und andere Tiere haben hier echte Nischen. Es fühlt sich an wie ein kleiner Urwald mitten in Bayern.
Der Rundweg – entspannt und schön
Der neue Rundweg um den See ist etwa 1,7 km lang, breit und wirklich angenehm zu laufen. Holzstege, Wurzelpfade, immer wieder tolle Ausblicke auf den See und die steile Arberseewand gegenüber.
Am Ostufer steht das Arberseehaus – eine klassische Einkehr mit bayerischer Küche, Biergarten-Feeling und guter Portion Gemütlichkeit.
Mein Eindruck
Der Große Arbersee ist kein Party-See. Hier badet man nicht, es ist still und wildromantisch. Genau das gefällt mir. Kein Kitsch, kein überlaufener Touristen-Hotspot (auch wenn er natürlich besucht ist – er gilt als meistbesuchter See im Bayerischen Wald). Einfach ein Ort, an dem man durchatmen und die Natur wirken lassen kann..
Hast Du den Großen Arbersee schon mal besucht? Wie hat es Dir gefallen? Schreib es gerne in die Kommentare.
Bis zum nächsten Mal – bleib echt,
Markus

